Ein Monat Italien – Mehr als nur Schule


Durch das Erasmus+-Programm hatte ich die Möglichkeit, einen Monat lang einen Schüleraustausch in Italien zu machen. Diese Zeit war für mich nicht nur ein Einblick in einen anderen Schulalltag, sondern vor allem eine Erfahrung, die mir eine neue Perspektive auf Kultur, Gemeinschaft und zwischenmenschliche Beziehungen gegeben hat.

Schon bei meiner Ankunft wurde ich von meiner Gastfamilie sehr herzlich aufgenommen. Trotz der kurzen Kennenlernphase fühlte ich mich schnell integriert und als Teil des Familienlebens. Gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche und kleine Alltagsmomente haben mir geholfen, mich einzuleben und die italienische Lebensweise besser kennenzulernen. Besonders aufgefallen ist mir dabei, wie wichtig Gemeinschaft und persönlicher Austausch im Alltag sind.

Auch in der Schule habe ich viele Unterschiede wahrgenommen. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern wirkte insgesamt persönlicher und enger als das, was ich aus Deutschland kenne. In Italien scheint der soziale Kontakt eine größere Rolle zu spielen. Umarmungen oder eine sehr herzliche Begrüßung und private Gespräche waren keine Seltenheit, was mich am Anfang überrascht hat. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass diese Nähe dazu beiträgt, schnell Anschluss zu finden und sich willkommen zu fühlen.

Generell hatte ich das Gefühl, dass vieles stärker auf sozialen Beziehungen aufbaut. Kontakte entstehen schnell und es ist ganz normal, auch außerhalb der Schule viel Zeit miteinander zu verbringen. Dadurch konnte ich innerhalb kurzer Zeit viele neue Menschen kennenlernen und Freundschaften knüpfen. Treffen nach der Schule oder gemeinsame Aktivitäten gehörten für viele einfach zum Alltag dazu.

Ein weiterer Unterschied war die Ausstattung der Schule. Im Vergleich zu Deutschland wirkte vieles weniger modern und nicht so stark digitalisiert. Unterrichtsmaterialien und Abläufe waren teilweise klassischer oder traditioneller gestaltet, was ebenfalls eine interessante Erfahrung war.

Natürlich gab es auch kleinere Herausforderungen. Die Englischkenntnisse waren nicht bei allen Schülerinnen und Schülern gleich ausgeprägt, sodass die Kommunikation manchmal kreativ wurde. Oft haben wir uns mit einer Mischung aus Englisch, ein paar italienischen Worten, Gesten und viel Humor verständigt und irgendwie hat es immer funktioniert. Gerade dadurch habe ich gemerkt, dass Offenheit und gegenseitige Bemühung oft wichtiger sind als perfekte Sprachkenntnisse.

Rückblickend war dieser Monat eine sehr schöne und besondere Erfahrung. Ich habe nicht nur ein anderes Land kennengelernt, sondern auch erlebt, wie unterschiedlich Alltag und Schule sein können und wie schnell man sich auf Neues einlassen kann, wenn man offen dafür ist.

Emily Geier (10c)
veröffentlicht am 18.2.2026