Ein Monat in Portugal - meine Beobachtungen

 
Ich verbrachte im Rahmen eines Erasmus+-Austausches einen Monat in Portugal und lernte die portugiesische Kultur kennen. Dabei fiel mir sofort auf, wie sehr sich Deutschland und Portugal unterscheiden. Zum Beispiel haben die meisten Geschäfte in Portugal auch sonntags auf, und die Gastfreundschaft der Familie, bei der ich wohnte, war sehr groß - sie hießen mich herzlich willkommen. Kultur ist jedoch nicht nur ein großes Ganzes, sondern besteht aus vielen kleinen Details, die man oft nicht direkt bemerkt. Deshalb habe ich meinen Bericht den Tradition, dem Essen, der Infrastruktur und der Geschichte gewidmet.
 
Tradition
Ich habe ein paar meiner Mitschüler-/innen gefragt, welche Traditionen bei ihnen zu Hause üblich sind. Ines erzählte mir, dass sie zu Hause jedes Weihnachten Oktopus und Kabeljau essen. Leonor, meine Austauschschülerin, geht jeden Sonntag zu ihrer Oma zum Mittagessen. Miguel verbringt jedes Wochenende mit seiner Familie in einem Café, und Daniel erklärte, dass man sich in Portugal mit zwei Küssen und einer Umarmung verabschiedet und begrüßt.
Diese Beispiele zeigen, dass viele Traditionen in Portugal mit Essen, Familie und Gemeinschaft verbunden ist. Ich selbst habe bemerkt, dass ich von den Menschen sehr herzlich aufgenommen wurde und sie sich Mühe gaben, mich einzubeziehen. Eine weitere Tradition ist das Fest der Heiligen. Ich besuchte das Fest von St. Amaro und Sao Goncalo. Wir aßen in der Kirche, nahmen am Gottesdienst teil und am Abend wurde das Fest mit einem Feuerwerk abgeschlossen.
 
Infrastruktur
Portugiesische Häuser unterscheiden sich stark von den deutschen Häusern. Die meisten besitzen keine Zentralheizung, haben Fliesen als Boden, und eher dünne Wände. Das liegt daran, dass Portugal ein warmes Land ist und keinen so starken Winter wie Deutschland hat. In deutschen Häusern sorgen dickere Wände und die Zentralheizung für Schutz vor Kälte. Zusätzlich fiel mir auf, dass viele Häuser offene Balkone oder Terrassen haben, oft mit vielen Pflanzen und
kleiner Begrünung. Die Straßen sind teilweiser enger und verwinkelter als in Deutschland, mit vielen Kopfsteinpflaster, was dem Ganzen einen charmanten alten Stil gibt. Auch öffentliche Verkehrsmittel wie Straßenbahnen oder die Metro sind sehr präsent und oft eine gute Alternative zum Auto.
 
Essen
Während meines Aufenthaltes gab es fast jeden Tag frischen Fisch, der deutlich besser schmeckt als in Deutschland. Direkt an der Küste kann man auf dem Fischmarkt frische Fische kaufen. Zu den bekanntesten Gerichte zählen Bacalhau a bras, ein Gericht aus Kabeljau, Pommes, Eiern und Salsa, sowie Bacalhau com natas mit Kabeljau, Kartoffeln und Sahne. Das berühmteste Gericht in Porto ist jedoch Francesinha, ein Sandwich aus Steak, Wurst und Schinken, überbacken mit Käse und serviert mit einer Bier-Tomaten-Soße. Ich habe es selbst zwei mal probiert und fand es sehr lecker. Berühmte Süßspeisen sind Pasteis de nata, heiße Puddingtörtchen, die seit dem 18. Jahrhundert hergestellt werden, sowie Pao de lo, ein sogenannter Schwammkuchen, der oft auf Festen gegessen wird.
 
Alles in Allem ist die portugiesische Kultur ein gutes Stück anders als die deutsche. Die Menschen sind aufgeschlossener und hießen mich willkommen und luden mich ein, sie im Sommer nochmal besuchen zu kommen.
 
Anny-Lee Gabel (10a)
veröffentlicht am 9.2.2026

Wo ist das Salz?

Dieses Jahr durfte ich, finanziert durch Erasmus, an einem zweiwöchigen Austausch nach Helsinki in Finnland teilnehmen. Neben den unzähligen Erinnerungen, die ich aus diesen zwei Wochen mitnehme, konnte ich auch viele typisch finnische Erfahrungen sammeln. So lief ich zum Beispiel auf einem zugefrorenen See Schlittschuh, ging bei –15 Grad Eisbaden oder verbrachte lange Saunaabende. Außerdem durfte ich an einer weiteren sehr typischen finnischen Sache teilnehmen, dem gemeinsamen, kostenlosen Essen in der Schulkantine.

Beim Mittagessen sitzen alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte bunt gemischt an Tischen. Die Gerichte reichen von Hirsebrei mit Beeren über Gemüsebratlinge und Fisch mit Kartoffelpüree bis hin zu Würstchensuppe. Eine Sache fällt bei der Vielfalt der finnischen Küche jedoch besonders auf: Das Essen schmeckt deutlich weniger salzig als bei uns zu Hause. Also begebe ich mich auf die Suche nach einem Salzstreuer. Als ich nach etwa fünf Minuten erfolgloser Suche an unseren Tisch zurückkomme, werde ich etwas verwirrt angeschaut. Ich erkläre meiner Austauschpartnerin mein vergebliches Vorhaben. Daraufhin sagt sie mir, dass man in keiner finnischen Schulkantine Salzstreuer finden wird, da zu viel Salz als ungesund gilt.

Das war das erste Mal das ich mit dem Nordkarelien-Projekt in Kontakt kam. Das Nordkarelien-Projekt entstand in den 1970er-Jahren im Osten Finnlands. Damals hatte die Region eine der höchsten Raten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit. Viele Menschen starben früh an Herzinfarkten, unter anderem wegen einer sehr salz- und fettreichen Ernährung. Als Reaktion darauf startete Finnland ein groß angelegtes Gesundheitsprojekt. Ziel war es, die Ernährung der Bevölkerung langfristig zu verändern. Dabei ging es nicht um Verbote, sondern um Aufklärung und neue Gewohnheiten. Der Salzgehalt in Lebensmitteln wurde schrittweise reduziert, pflanzliche Fette gefördert und gesünderes Essen in Schulen, Kantinen und Supermärkten etabliert.

Besonders auffällig ist, dass diese Veränderungen bis heute spürbar sind. Dass in finnischen Schulkantinen kein Salz auf den Tischen steht, ist also ein direktes Ergebnis des Projekts, wie ich herausfand. Die meisten Finnen sind es inzwischen gewohnt, weniger salzig zu essen, ohne es als Verzicht wahrzunehmen und selbst Kinder lerne im Schlunterricht über die schädlichen Auswirkungen von Salz. Das Nordkarelien-Projekt gilt heute als eines der erfolgreichsten Präventionsprogramme weltweit. Es hat nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung verbessert, sondern auch gezeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen im Alltag beginnen, manchmal sogar bei etwas so Einfachem wie einem fehlenden Salzstreuer.

Laura Groß (MSS 12)

veröffentlicht am 1.2.2026

Schulalltag in Spanien

Während meines Erasmus+-Schüleraustausches in Spanien, Llerena, konnte ich zahlreiche Unterschiede zum deutschen Schulalltag feststellen. Der Unterricht began dort um 8:30 Uhr und endete um 14:30 Uhr. In Deutschland startet der Schultag jedoch in der Regel bereits um 8:00 Uhr und endet je nach Stundenplan um 13:05 Uhr oder 14:20 Uhr.

Besonders auffällig war die Pausenregelung. In Spanien gab es nur eine einzige Pause von 30 Minuten, während in Deutschland zwei Pausen von jeweils 15 Minuten sowie eine zusätzliche Mittagspause von etwa einer halben Stunde vorgesehen sind.

Ein weiterer Unterschied betraf den Umgang mit Unterrichtsausfällen. In Deutschland nutzen wir eine App, über die wir sofort sehen können, wenn Stunden ausfallen. Fällt die erste Stunde aus, können wir später kommen. Entfällt die letzte Stunde, dürfen wir früher nach Hause. Liegt der Ausfall in der Mitte des Tages, erhalten wir eine Vertretungsstunde. In Spanien sah das völlig anders aus. Auch dort fällt Unterricht aus, wenn Lehrkräfte krank sind. Allerdings werden diese Stunden entweder von einem anderen Lehrer vertreten oder die Schüler müssen sich selbst beschäftigen. Sie haben jedoch niemals frei und können deswegen weder länger schlafen noch früher gehen. Diese Flexibilität, die wir aus Deutschland kennen, existiert dort nicht.

Der Unterricht selbst wirkte deutlich lauter. Viele Schüler arbeiteten nur begrenzt mit oder führten längere Diskussionen mit der Lehrkraft. Deshalb wurden zahlreiche Aufgaben nach Hause verlagert. Wenn Schüler mit diesen Aufgaben Probleme haben, können sie schnell im Stoff zurückfallen, da im Unterricht selbst oft wenig erledigt wird.

Die Klassenorganisation ähnelt im Grundprinzip dem deutschen System. Bis zu einem bestimmten Jahrgang lernen die Schüler in festen Klassen. Ab der Highschool wechseln sie jedoch in Kurse, was dem deutschen Oberstufensystem entspricht.

Der Umgang mit den Lehrkräften ist weniger formell.

Tamara Vietiukova (10s)

veröffentlicht am 9.12.2025

Handynutzung/Digitalisierung Spanien

Nach dem Aufenthalt in Llerena, Spanien, bei einem Schüleraustausch mit Erasmus+ habe ich bemerkt, wie anders die Schule im Vergleich zu unserer ist. Viele Regelungen sind gleich, aber es gibt auch paar Unterschiede. 

Die Schule besitzt keine Whiteboards, das heißt, die Lehrer haben nicht die Möglichkeit, den Unterricht digital zu gestalten. Der einzige Raum, in dem es elektronische Geräte wie Computer und eine elektronische Tafel gibt, ist der Informatikraum. In der Bibliothek steht nur ein Computer, der nur den Lehrern zur Verfügung steht. 
Es gibt eine App, mit der die Lehrer mit den Schülern kommunieren können, dies ist Vergleichbar mit unserer Moodle-App. Da kann man die Hausaufgaben sehen und erfährt auch, falls eine Stunde ausgefallen ist. 
Ab der 10. Klasse haben wir in Deutschland die Möglichkeit, ein Tablet von der Stadt zu bekommen, das man im Unterricht mit einbringen kann. In Spanien ist dies jedoch leider nicht so, da werden keine Tablets benutzt. 
Allgemein ist die Handynutzung in der spanischen Schule nicht erlaubt, aber viele Schüler machen es trotzdem. 
Da wir in einer sehr kleinen Stadt waren, war die Schule nicht so fortschrittlich wie in anderen Regionen, wo die Schulen möglicherweise anders aussehen. 
Veronika Loschkin (10b)
veröffentlicht am 9.12.2025

Essen in Spanien - Eindrücke aus dem Schüleraustausch

Während meines Erasmus+-Schüleraustauschs in Spanien habe ich schnell gemerkt, dass Essen dort nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein wichtiger Teil des Alltags ist. Viele Gerichte unterscheiden sich deutlich von dem, was wir aus Deutschland kennen. Obwohl die spanische Küche sehr abwechslungsreich ist, werden viele Speisen deutlich öliger zubereitet, und Fleisch steht häufig im Mittelpunkt.

Ein Klassiker, der mir überall begegnet ist, war die Tortilla de patatas. Dieses einfache, aber sehr typische Omelett aus Kartoffeln und Zwiebeln findet man in fast jedem Haushalt und Restaurant. Auch die Sopa de mariscos, eine Suppe mit Meeresfrüchten und oft auch Kartoffeln, gehört zu den Gerichten, die man in Spanien unbedingt probieren sollte.

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Besonders beeindruckt hat mich der Jamón Serrano, der in Spanien eine Art Kultstatus besitzt. Der luftgetrocknete Schinken wird hauchdünn geschnitten und entweder pur, auf Brot oder als Teil eines Gerichts gegessen. In einem Restaurant durfte ich eine Kombination aus Jamón, Pommes und einem Spiegelei probieren – ungewöhnlich, aber erstaunlich lecker.

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Auffällig war außerdem, dass in Spanien generell viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen werden. Auch wenn ich selbst nicht in einer Küstenregion war, spielten diese Produkte im Alltag vieler Menschen eine wichtige Rolle und waren in Restaurants und Supermärkten überall präsent.

In beiden Schulgebäuden gab es kleine Cafeterias, in denen die Schüler, während der Pausen einkaufen konnten: Tee, das typisch spanische Kakaogetränk Colacao, geröstetes Brot mit verschiedenen Belägen, aber auch Süßigkeiten und Snacks. Viele nutzten außerdem die Möglichkeit, das Schulgelände zu verlassen und zum nahegelegenen Spar-Supermarkt zu gehen, um sich dort etwas zu holen. Trotzdem brachten viele Schüler ihr Essen von zu Hause mit – oft Baguette oder Toastbrot mit Belag und ein Trinkpäckchen.

Für mich war es spannend zu erleben, wie abwechslungsreich das Essen in Spanien ist und wie viele neue Geschmacksrichtungen man dort entdecken kann. Diese Eindrücke haben meinen Aufenthalt definitiv bereichert.

Malou Brünicke (10s)

veröffentlicht am 2.12.2025